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Hat die Hauptstadtfunktion der kleineren Universitätsstadt Bonn nach dem 2. Weltkrieg mit dazu beigetragen, dass es schließlich doch zu einer Neuordnung des Großraumes Bonn kam und somit zur Gründung von Sankt Augustin?
Bonn sah sich nach dem 2. Weltkrieg als Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland gewaltigen und vielfältigen neuen Aufgaben gegenüber. Wie der ehemalige Bürgermeister von Sankt Augustin, Karl Gatzweiler, 1994 formuliert: „Es war die politisch bedeutsame Frage zu prüfen, in welchem Umfang in bereits bestehende Gemeindestrukturen eingegriffen werden musste, um einerseits Bonn hauptstadtfähig zu machen und andererseits bürgerschaftliche und kulturelle Traditionen im Großraum Bonn zu erhalten. Das Amt Menden stand unter gewaltigem Siedlungsdruck durch die Nachbarschaft zu Bonn. Es fehlte jedoch in allen Bereichen, um diesem entgegenzutreten. Zum Beispiel gab es keine einzige weiterführende Schule.“
Es musste also etwas passieren.
Jeder malte sich aus, ein kleines Stück von der Torte „Amt Menden“ zu haben. Sowohl Bonn als auch Siegburg konnten sich sehr gut vorstellen, das Gebiet schlicht und ergreifend einzugemeinden. Andere Lösungen waren z. B. die Aufteilung des Amtes an die Städte Siegburg, Troisdorf und Beuel. Weitere Vorschläge, ein Zusammenschluss von Menden/Meindorf einerseits und der fünf übrigen Gemeinden andererseits, wurden ebenfalls erörtert. Als letztes Beispiel sei die Dreierlösung genannt, ein Zusammenschluss von Menden/Meindorf/Friedrich-Wilhelms-Hütte, Hangelar/Holzlar und Buisdorf/Niederpleis/Siegburg-Mülldorf. Die Wogen schlugen innerhalb der Diskussionen teilweise sehr hoch. All diese Überlegungen mündeten schließlich in den sogenannten Kieras-Plan, der wiederum seinen Abschluss in der kommunalen Neugliederung des Großraumes Bonn mit Wirkung vom 1. August 1969 fand: Die Großgemeinde „Sankt Augustin“ wird ins Leben gerufen. Sie besteht aus den ehemals zum Amt Menden gehörigen Ortsteilen Buisdorf, Hangelar, Meindorf, Menden, Mülldorf und Niederpleis. Hinzu kommt Birlinghoven (bis 1969 zu Stieldorf/Königswinter gehörend) und der neu geschaffene Ortsteil Sankt Augustin-Ort. Die Friedrich-Wilhelms-Hütte wird an Troisdorf abgegeben und Holzlar (nach Bürgerentscheid) Bonn zugeschlagen. An dieser Situation hat sich bis heute, 30 Jahre danach, nichts verändert.
Somit war die Zeit – so erinnert sich der ehemalige Gemeindedirektor Ulrich Syttkus – als Amtsdirektor und siebenfacher ehrenamtlichen Gemeindedirektor mit 8 Räten und ca. 30 bis 40 Ausschüssen vorbei.
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