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Die politisch-administrativen Bedingungen und Entwicklungen in Sankt Augustin werden seit der kommunalen Neugliederung überwiegend mehrheitlich von der CDU bestimmt, die bis 1984 die absolute Mehrheit im Gemeinde- bzw. Stadtrat hatte und seitdem bis 1994 eine Koalition mit der FDP einging. Die FDP. zog erst ab der 2. Wahlperiode in den Rat ein, als erhebliche Entscheidungen - z.B. über die Ausstattung des künftigen Zentrums - bereits getroffen waren. In den beiden Wahlperioden, in denen sie mit der CDU eine Koalition einging, hat die FDP aber, wie die Ratsprotokolle deutlich zeigen, nicht lediglich als "Mehrheitsbeschaffer" gedient, sondern eigene Impulse in die Stadtentwicklung eingebracht und für ihre - teilweise - Durchsetzung sogar gegen die CDU gestimmt. Ihr Stimmenanteil lag jeweils über dem Landesdurchschnitt. Ebenso lag der Stimmenanteil der Grünen über dem Landesdurchschnitt bei den Kommunalwahlen. Aber erst nach fünfzehn Jahren Stadtentwicklung Sankt Augustins kamen sie in den Stadtrat. Sie hatten in der ersten Wahlperiode im Rat einen schweren Stand, weil sie kaum kommunalpolitische Erfahrung hatten: Das lässt sich daraus schließen, dass sie z.B. bei Verabschiedung der Haushaltssatzung für 1985 über 70 Einzelanträge stellten. Mit personellem Wechsel in der 5. Wahlperiode wuchs ihr kommunalpolitisches Engagement und es entfielen ihre ständigen Anträge zur Verabschiedung von Resolutionen über weltpolitische Themen (etwa "Solidaritätserklärung mit den Schwarzen Südafrikas", "Rettung der Wale"). Vor allem in ökologischen Fragen haben sie seitdem Einfluss genommen mit der Folge, ab der 6. Wahlperiode ein Bündnis mit der SPD einzugehen, um die CDU / FDP-Koalition abzulösen. |
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Gesamt |
SPD |
CDU |
FDP |
Grüne |
Sonstige |
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1969 |
Absolut |
14083 |
5742 |
7678 |
663 |
0 |
0 |
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% |
100 |
40,8 |
54,5 |
4,7 |
0 |
0 |
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1975 |
Absolut |
23542 |
8887 |
12919 |
1736 |
0 |
0 |
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|
% |
100 |
37,7 |
54,9 |
7,4 |
0 |
0 |
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1979 |
Absolut |
22351 |
8247 |
12217 |
1887 |
0 |
0 |
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|
% |
100 |
36,9 |
54,7 |
8,4 |
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1984 |
Absolut |
23522 |
8364 |
11389 |
1561 |
2208 |
0 |
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|
% |
100 |
35,6 |
48,8 |
6,6 |
9,4 |
0 |
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1989 |
Absolut |
26586 |
9806 |
10998 |
2140 |
2415 |
1227 |
|
|
% |
100 |
36,9 |
41,1 |
8,0 |
9,1 |
4,6 |
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1995* |
Absolut |
27005 |
11097 |
10747 |
2224 |
2937 |
0 |
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|
% |
100 |
41,1 |
39,8 |
8,2 |
10,9 |
0 |
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1999 |
Absolut |
25591 |
8382 |
13605 |
1518 |
1655 |
431 |
|
|
% |
100 |
32,7 |
53,2 |
5,9 |
6,5 |
1,7 |
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Bei der 5. Wahlperiode 1989-1994 hätten es die Republikaner beinahe geschafft, in den Stadtrat von Sankt Augustin einzuziehen. Mit 4,6% (Landesdurchschnitt nur 1,9%!) scheiterten sie aber an der Fünf-Prozent-Hürde. In den Ratsprotokollen Sankt Augustins fällt für die erste Wahlperiode, in der CDU und SPD allein die Stadtverordneten stellten, auf, dass die überwiegende Mehrzahl der Abstimmungen fast immer einstimmig erfolgten. Allerdings enthielten die Haushaltsreden der Fraktionsführer beider Parteien schon in diesen Anfangsjahren sehr raue Töne bis hin zu Maßiven gegenseitigen - auch persönlichen - Angriffen, wovon auch einzelne Wahlbeamte nicht verschont blieben. Das lässt darauf schließen, dass die sachliche politische Auseinandersetzung ausschließlich außerhalb der Öffentlichkeit gesucht wurde. Weitere Indizien dafür sind auch die Tatsachen, dass eigentlich öffentliche Debatten - etwa allgemeine Erörterungen über das neu zu bildende Stadtzentrum - in die nichtöffentliche Ratssitzung terminiert wurden und es einen langen Streit gab, ob die Ausschusssitzungen öffentlich zugänglich sein sollten. Die häufige Einstimmigkeit bei den Entscheidungen des Rates drückte aber jedenfalls das Bemühen aller Stadtverordneten aus, gemeinsam die wesentlichen Entscheidungen zur Entwicklung Sankt Augustins zu tragen. |
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Zusammensetzung des Stadtrates |
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1969 |
SPD |
CDU |
FDP |
Grüne |
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1975 |
16 |
21 |
0 |
0 |
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1979 |
17 |
25 |
3 |
0 |
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1984 |
17 |
24 |
4 |
0 |
|
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1989 |
20 |
22 |
4 |
5 |
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1995 |
21 |
21 |
4 |
5 |
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1999 |
17 |
27 |
3 |
3 |
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Neben dem Stadtdirektor gab es in Sankt Augustin drei weitere Wahlbeamte, zwei Beigeordnete für den nichttechnischen Bereich und den Technischen Beigeordneten. Die vom Rat 1973 geplante Einrichtung einer 4. Beigeordnetenstelle wurde vom Oberkreisdirektor 1973 abgelehnt. Der 1. Stadtdirektor, Ulrich Syttkus, dessen Wahlzeit noch 12 Jahre betrug, wurde nicht mehr zur Wiederwahl aufgestellt und blieb nur eine Wahlperiode im Amt. Er war aber bereits Amtsdirektor des Amtes Menden gewesen. Ebenso blieb auch der 1. Beigeordnete, Hans Luhmer, der ebenfalls vom Amt Menden übernommen worden war, entgegen den Wünschen der SPD lediglich nur eine Wahlperiode. Sein Nachfolger, Wilhelm Roth, wurde 1976 gewählt. Der Stadtdirektor, Dr. Walter Quasten, war seit der Wahl im Mai 1970 - zunächst als Beigeordneter - in der Funktion des Gemeindekämmerers in Sankt Augustin und hat die städtische Entwicklung der Stadt von Anfang an begleitet und im besonderen Maße mitgestaltet. In Sankt Augustin haben Parteien ihre Ortsvereine aus der Zeit vor der kommunalen Neugliederung in den jetzigen Stadtteilen der Gesamtstadt behalten. Die "Stadtteilvereine" erstellen jeweils ihre eigenen Kandidatenlisten für die Kommunalwahlen. Die durch die Wahl erzielten Sitze werden dann reihum auf die Ortsteile dergestalt verteilt, dass jeweils der erste auf der Liste in der Reihenfolge der Grösse der Ortsteile nach der Bevölkerungszahl - beginnend mit Niederpleis und endend mit Meindorf - die ersten acht Stadtverordneten der jeweiligen Partei gewählt ist. Dieses rotierende Verfahren wird so lange fortgesetzt, bis alle errungenen Sitze der Partei vergeben sind. Bei den großen Parteien CDU und SPD werden auf diese Weise jedes Mal die ersten drei Listenkandidaten, die in den Ortsteilen bestimmt werden, gewählt. Da also jeder Ortsverein seine ersten drei Kandidaten damit schon vor der Wahl fest im Sattel hat, ist für tüchtige Nachrücker über die Reserveliste kaum Platz. Tradierte Grabenkämpfe als Ausdruck von Stadtteilrivalitäten blieben und bleiben auf diese Weise deshalb in Sankt Augustin erhalten. Es ist also nicht verwunderlich, dass weniger gesamtstädtisches als vielmehr Stadtteildenken bei den Entscheidungen im Rat vorherrscht. |
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Ein Indiz und Folge dieser politischen Kultur sind die zehn aus dem Stadthaushalt bezahlten Versammlungsräume in Form von Mehrzweckhallen (2), Bürger- bzw. Nachbarschaftshäusern (4), Aulen (3) und Ratssäle (2) für 60 bis 750 Personen, mit einem Gesamtfassungsvermögen von fast 4.000 Personen. Ortsteildenken ließ und lässt sich nicht selten auch an fraktionsübergreifendem |
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